.Handwerk gegen Sterne oder Sterne vs. Handwerk, ein Duell was schon lange Zeit eine ganz besondere Note mit sich trägt. Dabei ist es doch gar kein Derby. Auch personelle Überschneidungen gibt es nicht. Oder der ständige Kampf um Titel und Pokale.
Und doch scheint es kein Spiel wir jedes andere zu sein.
Handwerk an diesem Samstag vom Kader her alles andere als prall gefüllt. Aber oftmals weckt ja so was ungeahnte Kräfte. Und die würde es auch brauchen gegen den selbsternannten Aufstiegsanwärter. Die Gäste von Beginn an ganz klassisch, erst mal Beton anrühren. Wo man selbst steht, kann kein Gegenspieler sein. Aber immer im Hinterkopf, bei Ballgewinn schnell umzuschalten.
So ließ man die Sterne den Ball in den eigenen Reihen hin und her passen, mit Raumgewinn gleich Null. In Minute 6 war man im Auswärtsblock schon zum Jubeln bereit, aber Handwerks Langer verfehlte den Kasten nach Sprint über das halbe Feld denkbar knapp. Wäre wäre Fahrradkette, so eine Auswärtsführung hätte hier mal richtig für Ruhe gesorgt an der Dodendorfer Straße. In der Folgezeit hatten die Hausherren zwar mehr Ballbesitz, Handwerk verteidigte das aber clever weg, ließ sehr wenig bis ans eigene Tor durchkommen.
Und mehr noch, wenn es mal offensiv nach vorne ging, war das durchaus nicht ungefährlich. Den ersten Rückschlag gab es aber dann doch in der 36. Minute. 3-4 Handwerker bekamen den Ball nicht aus der Gefahrenzone, legten auch noch auf und der Schuss flutschte dann auch noch Keeper Ganzer durch die Handschuhe. Laut den DFB-Regeln sicher kein Eigentor. Aber situationsbedingt dann doch. Den hält er eigentlich mit der Mütze. Was nun, SGH? Nun musste ein eigenes Tor her, ohne aber dabei ins offene Messer zu laufen. Die bisherige Taktik sollte aber noch nicht über Bord geworfen werfen. Dann doch lieber wie in Minute 41. Bode mit einem feinem Stecker auf Kollege Langer. Dieser blieb diesmal cool und erzielte den 1:1 Ausgleich.
Ein Ergebnis, dass natürlich nicht jedem schmeckte, aber aus Gästesicht verdient war. Mit diesem Zwischenstand ging es auch in die Kabinen. Für die SGH war der Matchplan bisher voll aufgegangen. Also gerne so weitermachen. Der zweite Durchgang würde ein Spagat für die Gäste werden. Einerseits unnötige Wege vermeiden und mit den Kräften haushalten. Andererseits durfte man hier auch kein Deut nachlassen, dass würde sich wohl rächen.
Die Sterne kamen nun mit deutlich mehr Wucht zurück in die Partie. Aber die Gäste schafften es weiterhin, nah an Ball und Gegner zu sein. Oder irgendein Körperteil zielführend einzusetzen. Je mehr Zeit verstrich, um so zufriedener konnte man aus Handwerk-Sicht mit dem 1:1 sein. Und noch schaffte man es, ab und an eigene Offensivaktionen einzubinden. Spätestens ab der Schlussviertelstunde war es dann aber ein Spiel auf ein Tor. Roter Stern war nun im permanenten Vorwärtsgang. Ob Ecken, Freistöße, Abschlüsse. Handwerk hatte keine Verschnaufpause mehr. Aber die Kreuziger – Elf machte das bravourös. Jeder holte das Letzte aus sich heraus, warf sich in jeden Ball, wehrte sich mit Händen und Füßen.
Aber es kam, wie es kommen musste. Ein weiterer Abschluss der Sterne von der Strafraumkante ging durch Mann und Maus hindurch und schlug unhaltbar zum 1:2 ein. Man schrieb hier die 88. Minute. Nun war alles egal. Wer auf Gästeseite noch Kraft hatte, schleppte sich nach vorne. Man war plötzlich wieder präsent, suchte nach der letzten Chance.
Und um die zunichte zu machen, ist manchen Akteuren scheinbar alles recht. So gab es von Seiten der Gastgeber nach einer bereits unterbrochenen Aktion eine klare Tätlichkeit gegen den Kopf eines Handwerkers. Unfassbar sowas. Und noch schlimmer, dass es von den 3 Offiziellen niemand gesehen hatte. Selbst Mitspieler des Täters machten ihren Unmut über dessen Dummheit lautstark kund. Warum fand das im Ticker eigentlich keine Erwähnung ??? Es half alles nichts, nach 94 Minuten war Schluss und Handwerk stand mit leeren Händen da.
Das man sich als Sieger nach dem Schlusspfiff noch gehörig selbst an die Wäsche ging, zeigte wohl eindrücklich, dass man sich sicher einen anderen Spielverlauf vorgestellt hatte.
Handwerk hatte hier und heute alles rausgehauen, alles investiert, was der Körper und der Geist hergeben konnten. Aus neutraler Sicht geht der Sieg der Sterne sicher in Ordnung. Hatten sie doch gerade in der Schlussphase mehr investiert und auf den Treffer gedrängt.
Leider wurde der große Kampf der Gäste nicht belohnt. Nach diesem Auftritt hätten alle auch gut mit der Punkteteilung leben können.
Mund abputzen, Wunden lecken und die vielen gut gemachten Dinge mit in die nächsten Partien nehmen. Dann sind weitere Punkte für die Tabelle wahrlich kein Hexenwerk.
(rt)
Aufstellung:
Ganzer – Alabdullah, Erdmann, Raschig, Schöber – Edmond, Bode, Brentrop – Tennstaedt (75. Schulz), Zobel (69. Kohnert), Langer
Tore:
1:0 Riedel (37.)
1:1 Langer (41., Bode)
2:1 Schmerler (88.)
Gelbe Karten:
Riedel, Pakebusch, Kühne / Langer, Bode
Schiedsrichter:
Steven Hartenberger (Ulrich Ehlers, Björn Sebastian Bock)
Zuschauer:
30
