.Das Heimspiel der SG Handwerk bot an diesem Wochenende beste Gelegenheiten, dass Punktekonto weiter nach oben zu schrauben. Zu Gast am Umfassungsweg war die Zweitvertretung des MSV Börde. War ein Heimsieg fest eingeplant, musste aber auch dieses Spiel erst mal gespielt werden.
Der Anpfiff ertönte pünktlich um 14 Uhr und es war sofort klar, in welche Richtung es auf dem Feld heute nur gehen konnte. Handwerk sogleich voll im Attacke-Modus. Gerade die Offensivreihe stellte die Börde-Truppe immer wieder vor zahlreiche Probleme. Schon nach gerade einmal 5 Minuten hätte man 2:0 führen können, vielleicht sogar müssen. Helmecke, Kohnert oder Langer hatten gute Einschussmöglichkeiten.
Es vergingen aber noch weitere 10 Minuten, bevor es endlich Grund zum Jubeln gab. Und das gleich doppelt. Denn Helmecke netzte in Minute 16 und 17 zur grundsoliden Führung ein. Zwischen den Treffern hatten gefühlt maximal 40 Sekunden gelegen. Also so lange, wie manche vom Strafraum bis zur Mittellinie brauchen ;).
Die Weichen waren also gestellt, nun musste der Zug nur noch weiter an Fahrt aufnehmen. Das tat er auch. Bis weit vor das gegnerische Tor sah das auch alles zeigenswert aus. Aber irgendwie vergaß man das Toreschießen. Dabei hätte der Sack gefühlt mit fast jedem Angriff zugemacht werden können.
Und durch dieses Versäumnis ließ die SGH den Fisch an der Angel noch zappeln, anstatt ihn aus dem Wasser zu ziehen. Börde sah seine Chance und kreierte ebenso den ein oder anderen Angriff. Aber Ganzer und der Defensivverbund konnten Schlimmeres verhindern. Noch. Denn die Nachspielzeit der ersten Hälfte war bereits angebrochen, als die Gäste nach einem Eckenmarathon zum 2:1 Anschlusstreffer kamen.
Vollkommen überflüssig natürlich. Aber auch vielleicht der Weckruf zur richtigen Zeit, die Dinge nicht weiter schleifen zu lassen.
Der neue Durchgang begann eigentlich so, wie man es sich auf Heimseite erhofft hatte. Die Kreuziger-Elf wieder gleich im Vorwärtsgang. Nur keine unnötige Spannung mehr aufkommen lassen. Räume würden sich fast zwangsläufig ergeben. Entweder durch mitspielende Gäste oder nachlassende Kräfte bei eben jenen.
Positiv zu erwähnen war ebenfalls, dass die Einwechselbank bei der SGH prall gefüllt und qualitativ hochwertig besetzt war. So konnte der Hauptübungsleiter beizeiten frische Kräfte aufs Parkett bringen. Es dauerte aber trotzdem bis zur 68. Minute, ehe das erlösende 3:1 fiel. Durch wen ? Natürlich Helmecke.
Die Messe war gelesen. Nun ging es nur noch um die Höhe des Sieges. Und wenn der Druck erst mal weg ist, spielt es sich gleich viel leichter und freier. So wie in Minute 74. Ecke Brentrop, Kopfball Thurm, 4:1. Fußball kann so einfach sein. Der Hunger nach mehr war aber noch nicht gestillt.
Ok, Helmecke hatte wohl doch schon genug Buden selbst gemacht. Was ihn aber nicht davon abhielt, den Verteidiger in ein Eigentor zum 5:1 zu drängen. So geht’s also auch.
Es brachen die letzten Minuten an und Handwerk hatte noch so viel Akteure ohne Tor auf dem Platz. Das konnte so nicht bleiben. Dachte sich auch Langer und machte das halbe Dutzend zum 6:1 voll. Wer hat noch nicht ? Wer will nochmal.
Foul im Börde-Strafraum und richtigerweise Elfmeter. Thurm übergab selbstlos an Kollege Zobel. Kurzer Anlauf, rein das Ding. Souveräner wäre nur noch ganz ohne Torwart. Das 7:1 war der Schlusspunkt unter einem, auch in dieser Höhe, verdienten Heimsieg der SG Handwerk. Man hatte über fast 90 Minuten das Geschehen unter Kontrolle gehabt, wenig zugelassen und selbst vorne ordentlich zugelangt.
Es darf gerne wie eine Drohung klingen. Da steckt noch einiges mehr in dieser Truppe. Die kleinen Rädchen greifen immer besser ineinander. Die Jungs verinnerlichen immer besser, was sie zu tun und zu lassen haben während der 90 Minuten.
Das immer wieder abzurufen, liegt an jedem selbst. Lässt man nach, wird der Motor wieder stottern. Bleibt man dran, kann man die Musik bestimmen und die anderen müssen danach tanzen.

(rt)

Aufstellung:
Ganzer – Brentrop, Reeh, Raschig, Alabdullah (67. Ahmed Mohamud) – Edmond, Bode, Popien (73. Zobel) – Helmecke (80. Schulz), Kohnert (53. Thurm), Langer

Tore:
1:0 Helmecke (16., Brentrop)
2:0 Helmecke (17., Bode)
2:1 Strauß (45.+2)
3:1 Helmecke (68., Ahmed Mohamud)
4:1 Thurm (74., Brentrop)
5:1 Schallschmidt (80., Eigentor, Helmecke)
6:1 Langer (86., Thurm)
7:1 Zobel (89., FE, Bode)

Gelbe Karten:
– / Tischner

Schiedsrichter:
Andreas Härtel (Jacob Lamme, Niklas-Benjamin Weber)

Zuschauer:
30