.2.Advent 2025. Was kann man da für tolle Sachen machen. Baum schmücken, Weihnachtsmarkt, Kaffee trinken bei der Oma. Oder man treibt sich auf den Fußballplätzen der Stadt herum. Dieses Los zog die SG Handwerk mit ihrem Gastspiel beim SV Arminia II.
Über die grundsätzliche Auswahl solcher Anstoßzeiten darf gerne debattiert werden. Hat es doch auf jeden Fall einen faden Beigeschmack.
Nichtsdestotrotz war die SGH gewillt, die ersten Punkte in der Meisterrunde einzufahren. Dafür sollte es auch egal sein, wer da der Konkurrent auf dem Platz ist. Und so begannen die Gäste die Partie ohne Angst und Zweifel. Hinten gut verteidigen und vorne die Dinger einfach mal machen. Dieses Ziel wurde aber schon nach wenigen Minuten durchkreuzt.
Einmal im Spielaufbau zu viel gewollt, einmal den SVA eingeladen und schon mit 0:1 in Rückstand. Mehr als überflüssig zu diesem Zeitpunkt. War man doch eigentlich gut ins Spiel gekommen. Aber die Gäste ließen sich davon glücklicherweise nicht beirren. War doch noch massig auf der Uhr.
Die großen Abmaße des Platzes boten viel Raum für Angriffe über die Außenpositionen. Handwerk machte das gut, kam immer wieder hinter die Kette der Arminen und in gefährliche Abschlusssituationen. Aber auch über die Zentrale fand man die entsprechenden Lücken. So wie in Minute 13. Neuzugang Feldmann Arvelo ließ sich auch von mehreren Verteidigern nicht aufhalten, legte für Mitspieler Thurm mustergültig auf und dieser traf unhaltbar unter die Latte.
Da war er, der schnelle Ausgleich. Schon der war verdient. Spätestens jetzt sollte auch Arminia gemerkt haben, dass das hier kein Sonntagsspaziergang werden würde.
Denn Handwerk wusste sich zu wehren, hatte einen Plan und setzte den auch um. Es war ein kurzweiliges Duell. Große Ruhephasen gab es nicht. Ewiges Ballhalten stand da bei keinem auf dem Zettel. Beide Abwehrreihen mussten zu jederzeit hellwach sein, wollte man nicht in Rückstand geraten. Dann kam die 36. Minute und die SGH belohnte sich für ihren Einsatz und Engagement. Und wieder war es die Kombination Feldmann Arvelo auf Thurm, die den kleinen aber feinen Auswärtsblock jubeln ließen.
Und wieder schlug das Ding nahezu unhaltbar im Gebälk ein. Handwerk hatte die Partie gedreht und den vermeintlichen Aufstiegsfavoriten vor eine große Aufgabe gestellt. Zuvor lockte aber der Pausentee, denn es war Halbzeit.
Eins konnte man vom nächsten Durchgang auf jeden Fall erwarten, Spannung. Denn Handwerk hatte erst mal alle Trümpfe in der Hand und die Hausherren mussten sich schon deutlich strecken, um noch Zählbares mitzunehmen.
Mit Minute 46 zeichnete sich ein recht eindeutiges Bild ab. Arminia war nun im permanenten Vorwärtsgang. Die SGH hatte alle Hände und Füße voll zu tun, um sich der ständigen Angriffe zu erwehren. Aber das Abwehrbollwerk stand und hielt dicht. Natürlich ergaben sich hin und wieder auch Kontersituationen. Hier fehlte dann aber meist die ganz große Torgefahr.
Man schaffte es aber weiterhin, mit vereinten Kräften den Laden dicht zu halten. Bis zur 81. Minute. Dieser Sonntagsschuss war dann nicht mehr zu verhindern und markierte den 2:2 Ausgleich. Ein Treffer, der dem Dauerdruck irgendwie geschuldet war. Und es kam noch schlimmer. Die 85. Minute nutzte Arminia, um abermals an diesem Tag in Führung zu gehen. Schwindende Kräfte, fehlende Kommunikation, eine Mischung aus beidem wahrscheinlich. Noch war aber nicht Schluss.
Alle nach vorn, jeder Ball schnell und hoch Richtung Tor. Vielleicht konnte man ebenfalls nochmal zurückschlagen. Diese Hoffnung war leider nicht von Erfolg gekrönt. Die Minuten verstrichen und der Schlusspfiff gesiegelte die 2:3 Niederlage. Ein Endresultat, dass einerseits hängende Köpfe bei den Gästen hervorbrachte.
Aber andererseits auch das Gefühl hinterließ, hier und heute nicht die schlechtere Mannschaft gewesen zu sein. Eine Punkteteilung wäre in meinen Augen das gerechte Resultat gewesen. Denn beide Teams konnten je eine Halbzeit für sich beanspruchen. Aber im Moment ist das Glück nur bei den anderen.
Nun gilt es, zum Jahresabschluss vor heimischer Kulisse den so lange ersehnten Sieg einzufahren. Mit der gezeigten Leistung und etwas mehr Fortune sollten daran keine Zweifel aufkommen.

(rt)

Aufstellung:
Schulz – Brentrop, Erdmann, Raschig, Schöber – Edmond, Reeh (88. Kohnert), Popien – Thurm, Feldmann Arvelo (84. Zobel), Langer

Tore:
1:0 Woidacki (8.)
1:1 Thurm (13., Feldmann Arvelo)
1:2 Thurm (36., Feldmann Arvelo)
2:2 Ottmar (81.)
3:2 Adams (85.)

Gelbe Karten:
Woidacki / Feldmann Arvelo, Brentrop, Langer

Schiedsrichter:
Steven Hartenberger (Ben Riemann, Oskar Möbus)

Zuschauer:
21