.Mit dem Heimspiel gegen die Zweitvertretung des MSC Preussen bot sich für die SG Handwerk die nächste Chance auf so sehnlichst erwartete drei Punkte. Der Auftritt vor Wochenfrist bot ja auch einigen Anlass dazu. Rein personell sah das schon mal mehr als ordentlich aus. Und so begann Punkt 14 Uhr das muntere Treiben.
Beide Kontrahenten deuteten sofort an, dass es für sie nur in eine Richtung gehen sollte, nämlich straff nach vorne. So entwickelte sich ein unterhaltsamer Schlagabtausch. Gerade die Hausherren hatten Lust auf Offensivfußball. So kam man mit gefühlt fast jedem Angriff in die gefährliche Zone vor dem Preussen – Tor.
Aber auch die Gäste waren gut bei der Musik, erspielten sich ordentliche Gelegenheiten. Das erste deutliche Ausrufezeichen an diesem Nachmittag kam aber von der ortsansässigen SGH. Der agile Helmecke war in der 13. Minute absolut nicht vom Ball zu trennen, hatte dann noch im Blick, wo das Tor steht und schweißte das runde Leder mehr als sehenswert in den Dreiangel. Kann man mal so machen !
Diese 1:0 Führung verlieh den Hausherren natürlich weiteren Auftrieb. Aber die Kräfteverhältnisse verlangten natürlich weiterhin vollste defensive Aufmerksamkeit. Denn der MSC hielt gut dagegen. Also waren weitere Beruhigungspillen in Form weiterer Tore von Nöten. Und diese wurden dann dankenswerterweise auch verabreicht.
Nach genau einer halben Stunde war es wieder Helmecke, der aus eigentlich unmöglichem Winkel das 2:0 erzielte. Man hatte phasenweise das Gefühl, man wäre beim Ping Pong. Denn länger als vielleicht 10 Sekunden hielt sich der Ball kaum in einer der beiden Spielhälften auf. Als Radioreporter hätte man wahrscheinlich schon jetzt entzündete Stimmbänder gehabt.
In der Zeit bis zum Pausenpfiff war es vor allem die SG Handwerk, die beste Chancen liegen ließ. Dabei wäre doch ein dritter Treffer wahrscheinlich schon der berühmte Deckel gewesen. So hielt man das Duell ungewollt noch offen und den Kontrahenten am Leben.
Für etwas Farbe im Spiel sorgte der Unparteiische mit einigen gelben Kartons.
Mit dieser Bestandsaufnahme ging es in die Kabinen. Für die SG Handwerk war es natürlich oberste Bürgerpflicht, möglichst ohne Gegentor die zweite Hälfte zu bestreiten. Auf diese Weise wäre einem der Sieg nämlich nicht mehr zu nehmen. Und dementsprechend konzentriert ging es in die nächsten 45 Minuten.
Preussen würde mit Sicherheit versuchen, schnellstmöglich den Anschluss zu erzielen. Handwerk stand defensiv aber weiter sicher, ließ kaum gefährliche Abschlüsse zu. Das sich mit zunehmender Spielzeit immer mehr Räume vor des Gegners Tor ergeben würden, war auch abzusehen.
Und die Gasgeber schafften es weiterhin, diese zu erkennen und zu bespielen.
Der Torhunger war ungebrochen. So setzte Langer in Minute 63 energisch nach, eroberte den Ball und vollendete, wenn auch etwas glücklich, zum 3:0.
Sicher war noch einiges an Zeit auf der Uhr. Aber im weiten Rund des Umfassungswegs war den meisten klar, dass damit die Vorentscheidung auf dem Tisch lag. Aber die SGH blieb dran, behielt den Spaß an der Bewegung bei. Preussen hatte man den Zahn gezogen. Aber weitere Scorerpunkte waren noch zu ergattern.
Aber erst mal kam frisches Personal auf den Platz. Unter anderem Kohnert für Zobel. Was für ein Kontrastprogramm. Da tauscht man eine Telefonzelle gegen einen Kugelblitz. Muss man als Gegenspieler auch erst mal verarbeiten. Der MSC nun phasenweise hinten offen wie ein Scheunentor.
Diese Freiheit nutze Thurm für seinen Doppelschlag. Zweifach mal den Fuß hinhalten und einnetzen. Dieser Sport kann so einfach sein. Mit dem 5:0 Endstand wurde die Partie schließlich beendet. Mit einem Erfolg in dieser Höhe hatten wohl nur die allerwenigsten gerechnet. Aber er war hochverdient. Wer nur das nackte Ergebnis kennt, könnte meinen, die Offensive hätte den Erfolg eingefahren.
Und in Teilen stimmt das natürlich. Das wäre aber zu einfach gedacht. Denn an diesem Tag hatte jeder Mannschaftsteil bestens funktioniert. Vom sicheren Keeper angefangen, über die resolute Verteidigung, das laufstarke Mittelfeld und der treffsichere Angriff.
Jeder hatte seinen Anteil daran. So stellt man sich Handwerker – Fußball vor. Eine Bitte an die Kreuziger – Elf: bitte die Leistung konservieren und im nächsten Spiel wieder genauso abrufen. Dann klappt`s auch mit weiteren Erfolgen.
(rt)
Aufstellung:
Ganzer – Brentrop (81. Schulz), Erdmann, Raschig, Schöber (68. Kleinert) – Helmecke, Edmond, Popien, Langer – Thurm, Zobel (70. Kohnert)
Tore:
1:0 Helmecke (13.)
2:0 Helmecke (30., Brentrop)
3:0 Langer (63.)
4:0 Thurm (81., Edmond)
5:0 Thurm (84., Helmecke)
Gelbe Karten:
Brentrop, Schöber, Langer / Knobbe, Seitz, Einecke, Harbich
Schiedsrichter:
Steven Hartenberger (David Görlitz, Franz Matthes)
Zuschauer:
16
