„Wiedergutmachung“ stand für die SG Handwerk auf dem Tagesplan für die Partie gegen Aufbau Empor Ost am 3. Spieltag der Stadtoberliga. Nach den unnötigen Punktverlusten in der Vorwoche war nichts anderes als ein Dreier das feste Ziel. 
Aber irgendwie schien es noch nicht in allen Köpfen der Gastgeber angekommen zu sein. Denn nach nicht einmal 5 Minuten lag man bereits mit 0:1 hinten. Und die SGH war am Rückstand wieder tatkräftig beteiligt. 
An vielleicht fehlender Kondition konnte es hier nicht gelegen haben, dass der Gegenspieler den entscheidenden Schritt schneller war. Aber es war nun mal passiert und hoffentlich der allerletzte Weckruf, nach dem offiziellen Anpfiff. 
Fast noch ärgerlicher, war man doch selbst kurz zuvor mehrmals in der heißen Zone vor des Gegners Tor, traf aber nicht. Zum Glück war die erste Enttäuschung nicht von langer Dauer. Denn in der 10. Minute fiel der Ausgleich. Petersdorf hatte einen Freistoß in der Strafraum gebracht, fand Kapitän Schulz und dieser traf per Kopf zum 1:1. 
Erleichterung machte sich breit bei der SGH. Rückstand egalisiert und nun das Ziel, selbst in Führung zu gehen. Aber man tat sich recht schwer in der Folgezeit. In der Offensive fehlte zumeist die Durchschlagskraft und defensiv war Handwerk fahrig und zu selten konsequent. AEO nahm dies dankend an, brauchte eigentlich nur auf Fehler zu lauern. 
So wie in der 31. Minute. Die SGH verlor viel zu leicht im Spielaufbau den Ball, kam nicht mehr wirklich in den Zweikampf und musste das runde Leder zum 2. Mal aus dem Netz holen. Wieder in Rückstand, wieder hinterherlaufen.
Es war wieder Selbstmotivation gefragt. Und die bekam nur Momente später den nächsten knallharten Nackenschlag verpasst. Ein direkt verwandelter Freistoß der Gäste bedeutete das 1:3. Nun kann man durch einen Freistoß immer mal ein Gegentor fressen, wobei dieser nun auch nicht gerade oben im Knick landete. 
Es war eher die unnötig hohe Anzahl an selbst verschuldeten Standards gegen sich, die es nur zu einer Frage der Zeit machten, wann es klingeln würde. Ohne respektlos gegenüber dem Kontrahenten sein zu wollen, aber AEO bekam hier Geschenke wie an Weihnachten frei Haus geliefert. 
So ging es ziemlich ernüchtert in die Pause. Ob nun Zuckerbrot oder Peitsche, irgendwas brauchte die SGH, um wieder in die Spur zu finden. Klar, neues Personal ist da nie verkehrt. Sollten doch die Mitspieler von der Bank die Chance bekommen, es besser zu machen. 
Mit Beginn des 2. Durchgangs hatte man das Gefühl, die SGH wäre jetzt griffiger, strukturierter, klarer im Auftreten. Schicki Micki war nicht mehr gefragt. Sondern Wille, Einsatz, Leidenschaft. Und sich bietende Chancen nutzen. So wie in der 56. Minute.
Kirsch hatte sich den Ball zum Freistoß geschnappt, hob ihn gefühlvoll über die Mauer und verkürzte so auf 2:3. Der Anschluss war da und damit auch der Glaube, doch noch den Ausgleich zu schaffen. Natürlich schwamm das Risiko nun mit, AEO könnte selbst nachlegen und für die Entscheidung sorgen. Je näher das Ende heranrückte, desto mehr warf Handwerk alles nach vorn. Und man war auch einige Male in aussichtsreichen Positionen, aber es fehlte der letzte Impuls. Die größte Chance hatte dann Gehrke frei vor dem Torhüter, doch spitzelte er den Ball am langen Pfosten vorbei. So verrannen die Minuten, hier ein Freistoß, da eine Ecke, noch ein langer Ball ganz vorne rein. 
Aber egal was Blau – Weiß auch versuchte, es nützte alles nichts. 
Aufbau Empor Ost entführte letztlich die 3 Punkte, ließ die SGH enttäuscht und ratlos zurück. Bei „Dinner for One“ heißt es ja: „ The same procedure as every year“. Bezogen auf die SGH übersetzt: zur Zeit der selbe Mist wie die letzten Wochen! Wie schon in den beiden Partien zuvor war man für sich selbst der größte Gegner. 
Fehlende Konsequenz, zu viele falsche Entscheidungen, selbst produzierte Gegentreffer, zu kompliziert im Abschluss. Aus diesen Zutaten entsteht dann der Handwerk – Brei. Und der bekommt dem Team logischerweise überhaupt nicht. 
Dabei ist es ja beileibe kein Hexenwerk, wieder in die Spur zu finden. Jeder muss seine Fehler minimieren. Jeder muss bereit sein, die Fehler des Mitspielers zu korrigieren. Jeder muss auf dem Feld nur das tun, was er wirklich kann. 
Es sind viele Kleinigkeiten, die das Pendel auch schnell wieder ins Positive schwingen lassen können. Wenn man dazu bereit ist. Und dies kann das gesamte Team schon im nächsten Spiel unter Beweis stellen.  
(rt) 

Aufstellung:

Scherping – Wegerich, Petersdorf (52. Brentrop), Kleinert – Moritz (79. Timpe), Schulz, Reeh, Kirsch – Tennstaedt, Ihloff (52. Klitsch), Gehrke (79. Kreuziger)

Tore:

0:1 Schüßler (4.)

1:1 Schulz (10., Petersdorf)

1:2 Hüseynli (31.)

1:3 Meier (37.)

2:3 Kirsch (56.)

Gelbe Karten:

Wegerich, Kleinert/ Schüßler

Schiedsrichter:

Ingo Henning (Paul Breiter, Vicky Förster)

Zuschauer:

17

Erste Hälfte zum Vergessen