. Sportplatz Bodestraße hieß das Ziel der SG Handwerk für das nächste Ligaspiel. Bekanntermaßen hängen hier die Früchte sehr hoch, egal gegen wen es geht. Aber vielleicht konnte man Gegner Preussen II doch ein Bein stellen. Personell gesehen war es heute sehr grenzwertig. War die erste 11 noch im vertretbaren Rahmen, gab die Bank nur noch sehr wenig her. Hierfür liegt das Problem allerdings etwas tiefer. Egal.
Handwerk also erst mal dicht gestaffelt, bereit, dem Kontrahenten Ballbesitz und Feldkontrolle bis zur Mittellinie zu überlassen. Und das klappte auch von Beginn an sehr gut. Preussen schob den Ball zig mal hin und her, versuchte sich immer wieder an tiefen Pässen in Richtung Strafraum. Aber entweder ein Handwerker hatte noch den Fuß dazwischen oder Keeper Schröter konnte den Ball in Ruhe aufnehmen.
Offensiv galt es natürlich, Nadelstiche zu setzen, effektiv und kaltschnäuzig zu sein. So wie in der 18.Minute. Ein mustergültiger Angriff über Schulz und Brentrop landete per Flanke im Strafraum bei Michael. In Lewandowski – Manier hielt er den Fuß hin und markierte die 1:0 Führung für die Gäste. „Auswärtssieg Auswärtssieg“ hallte es durch das weite Rund.
Ok, Wunschdenken und noch viel viel Zeit auf der Uhr. Die Gäste mussten nun natürlich noch wacher und präsenter sein, denn nun hatte man etwas zu verlieren. Preussen rannte weiterhin an, Handwerk wehrte sich tapfer nach Leibeskräften. Bis zur Pause gab es auf beiden Seiten noch Halbchancen, aber kaum was mit Herzinfarkt – Gefahr.
So ging es mit der knappsten aller Führungen in die Kabinen. Die SGH war natürlich gewarnt, denn der MSC würde alles daran setzen, das Ergebnis zu ihren Gunsten zu verändern. Und der erste Schritt dafür passierte schon kurz nach Wiederbeginn.
Bei einer Ecke der Preussen fehlte es bei Handwerk am richtigen Stellungsspiel, was den 1:1 Ausgleich als logische Folge nach sich zog. Spätestens jetzt würde es ein Abnutzungskampf werden. Und man war gewarnt, dass es bei Standards gegen einen brenzlich werden könnte. Allen Widrigkeiten zum Trotz war sie auf einmal da, die Chance zur erneuten Führung für Thurm. Doch der Torhüter war dann doch größer als erwartet und gehofft.
Mit gefühlt jeder Minute erhöhte Preussen nun den Druck, Handwerk musste höllisch auf der Hut sein. Und trotzdem kam es, wie es kommen musste. Es war eine dieser Ecken, wo man keinen Zugriff bekam, zu weit weg vom Mann war. Das der Torschütze die Abmaße einer Telefonzelle hatte, darf aber nicht als Entschuldigung gelten.
Die Erfolgsaussichten kippten nun natürlich deutlichst Richtung Hausherren. Wie sollte Handwerk hier noch zum Ausgleich kommen ? Denn Preussen hielt den Druck weiter aufrecht, ließ der SGH kaum Luft zum Atmen. Die Konter der Gäste wurden immer weniger, die noch vorhandenen Kräfte wurden vor dem eigenen Tor gebraucht.
Den endgültigen Todesstoß gab es dann in der 72. Minute. Zu viel Raum, keinen Zugriff auf Ball und Gegner, so war das 1:3 eine zu leichte Aufgabe. Das Ding war eigentlich durch. Der MSC war zu dominant und Handwerk war mit den Kräften am Ende. Und doch gab es die eine Chance, nochmal etwas Spannung in die Partie zu bringen.
Aber der eingewechselte Erdmann spielte wohl gedanklich zu viele Varianten seines Torjubels durch, so dass er doch noch am Schlussmann scheiterte. Es blieb also auch mit dem Abpfiff beim 1:3 aus Sicht der Gäste. Experten dürfte dieser Ausgang wenig überraschen, es war dem Spielverlauf auch angemessen. Am Einsatz und am Willen hatte es definitiv nicht gelegen. Jeder in Blau – Weiß hatte alles gegeben, sich die Hacken blutig gelaufen. Bei Standards gegen einen sind aber andere Tugenden gefragt, und die hatte man heute leider vermissen lassen, eigentlich aber schon die gesamte Saison. Zu wiederkehrend sind die Muster der Gegentore, auch die Art des dritten Treffers kennt man zuhauf.
Und wenn dann noch auf der Gegenseite dazukommt, dass das Toreschießen zur Herkulesaufgabe wird, dann gehen die Spiele halt so aus wie an diesem Wochenende.
Jetzt stehen noch 3 Partien auf dem Plan, gegen alle Regionen der Tabelle. Ziel muss es sein, auch nach dem Schlusspfiff noch jubeln zu dürfen. Man hat es wie fast immer selbst in der Hand, sich zu belohnen oder doch dem Gegner gratulieren zu müssen.
Dies sollte jeder Handwerker nochmal für sich verinnerlichen.

(rt)

Aufstellung:

Schröter – Wegerich, Schröder, Kleinert – Brentrop, Schulz, Reeh, Slotta – Rexer (86. Erdmann), Michael (67. Kreuziger), Thurm (87. Timpe)

Tore:

0:1 Michael (18., Schulz)

1:1 Dapkus (50.)

2:1 Walter (63.)

3:1 Dapkus (72.)

Gelbe Karten:

keine

Schiedsrichter:

Thomas Neumann (Jonas Mädel, Shuyun Zheng)

Zuschauer:

15