Mit dem Auswärtsspiel bei Aufbau Empor Ost/Heyrothsberge ging für die SG Handwerk die Hinrunde zu Ende. Und mit dem Selbstverständnis eines Tabellenzweiten sollte ein weiterer voller Erfolg eingefahren werden.
Auch an diesem Wochenende hatte sich der Erkältungsteufel seine Opfer geholt. Aber auch an diesem Wochenende konnte dies durch den breiten Kader aufgefangen werden.
Der Anpfiff war gerade erst ertönt und schon zeigte sich, wer Chef auf dem Platz sein wollte. Nämlich die Gäste. So dauerte es auch nur drei Minuten, bis der Favorit in Führung ging. Brentrop hatte eine Ecke scharf in den Strafraum gebracht. Der Torhüter konnte den Ball nur abklatschen lassen, genau vor die Füße von Wegerich. Dieser ließ sich nicht zweimal bitten und traf zum frühen 1:0. Ein Auftakt nach Maß für die SGH. Und die Marschroute war klar. Weitere Treffer nachlegen und schnell für klare Verhältnisse sorgen. Das Bemühen war da, die Chancen auch. Einzig der finale Abschluss ließ auf sich warten. Beste Möglichkeiten nach gut vorgetragenen Angriffen wurden ausgelassen. Wenn sich das mal nicht rächen sollte. Denn gerade offensiv hielt AEO ordentlich dagegen. Das 1:1 in Minute 24 musste sich Handwerk allerdings zu großen Teilen selbst ankreiden. Zu weit aufgerückt, zu weit weg vom Gegenspieler, zu wenig Präsenz im eigenen Strafraum. Überflüssig wie ein Kropf wurde die Uhr quasi wieder auf 0 gestellt. Bis zur Pause gestaltete sich das Duell etwas ausgeglichener. Wobei die Gäste mehrheitlich den Ball hatten und die Verteidigung des Gegners gut und dauerhaft beschäftigten. Hier fehlte es aber an der letzten Gier, den erneuten Führungstreffer zu erzielen. So blieb es nach 45 Minuten beim 1:1 Zwischenstand.
Da beileibe noch nicht alles Gold war was glänzte, galt es nun, sich neu und besser abzustimmen. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase mit Beginn des zweiten Durchgangs übernahm der Gast nun fast komplett das Zepter. Selbst der Stiernacken von Keeper Schröter bekam so einige längere Erholungspausen, musste er doch nur noch in weiter Ferne beobachten, was seine Kameraden da so veranstalteten. Und doch dauerte es bis zur 64. Minute, ehe die SGH erneut in Führung ging. Der alte erfahrene Reeh hatte den jungen, wilden Slotta perfekt auf die Reise geschickt. Dieser nutzte seine Stärken Technik und Schnelligkeit gekonnt aus und markierte so sein erstes Saisontor. Hatte das Pendel noch einen letzten Impuls gebraucht, so war es mit Sicherheit dieser Treffer. Denn nun hatte Handwerk Angriffe quasi im Minutentakt. So war es nur eine Frage der Zeit, bis der berühmte Sack zugemacht wurde. Nun war es der andere Außenbahnspieler der SGH, der sich in die Liste eintragen durfte. Und wieder war es ein Angriff über die Flügel. Brentrop konnte sich gegen die aufgerückte Abwehrreihe durchsetzen, war nicht mehr zu stoppen und setzte das runde Leder genau neben den Pfosten. Das 3:1 war der Deckel auf diese Partie. Doch der Torhunger war noch nicht gestillt. Den Schlusspunkt setzte Gehrke nach einer Flanke von Schenk. Mit gefühlt allen erlaubten Körperteilen bugsierte er das Spielgerät über die Linie. Die restliche Spielzeit lief dann ohne weitere Zwischenfälle hinunter.
Handwerk hatte mit 4:1 einen weiteren Sieg eingefahren. Betrachtet man das komplette Geschehen am heutigen Tag, war es ein hochverdienter Dreier. Und es war ein weiteres Indiz, dass die SGH aktuell nur sehr schwer zu schlagen ist. Denn nach vorn geht immer was und defensiv hält man alles im reparablen Rahmen. Nicht zu vergessen und wie anfangs bereits erwähnt, können personelle Ausfälle kompensiert werden. Das alles bringt als positiver Nebeneffekt den Platz an der Sonne in der Tabelle der Stadtoberliga. Auch wenn noch einige Nachholspiele andernorts anstehen und so das Tableau etwas verschoben ist, ist dies der verdiente Lohn für mannschaftlichen Einsatz, Wille und Geschlossenheit. Und damit lässt sich so ziemlich alles erreichen.
(rt)



Aufstellung:
Schröter – Wegerich, Petersdorf, Kleinert (84. Michael) – Slotta (84. Klitsch), Reeh, Erdmann, Brentrop – Rexer (77. Schenk), Gehrke, Moritz

Tore:
0:1 Wegerich (3.)
1:1 Meyer (24.)
1:2 Slotta (64., Reeh)
1:3 Brentrop (72.)
1:4 Gehrke (80., Schenk)

Gelbe Karten:
Stappenbeck, Fries / Rexer, Kleinert

Schiedsrichter:
Justin Aderhold (Christian Knorr, Paul Breiter)

Zuschauer:
27