.Wer ist Mitte/Ende Februar der größte Gegner eines jeden Fußballspielers ? Genau, der Wettergott. So war erst Samstagvormittag klar, dass das Gastspiel der SG Handwerk bei Germania Olvenstedt stattfinden konnte. Der Untergrund strahlte also in saftigem Grün und die wenigsten der Akteure konnten wohl seriös einschätzen, wo man mannschaftlich und persönlich leistungsmäßig stehen würde.
Schon nach nicht einmal 5 Minuten war klar, dass es hier und heute kein ewig langes Abtasten geben würde. Und die Gäste waren auch die ersten, die den Torschrei schon auf den Lippen hatten. So war es Verteidiger Raschig, der nach einem Standard und etwas Gestochere plötzlich frei im Strafraum zum Abschluss kam.
Das Ding ging allerdings nur neben das Tor. Klar, als Abwehrspieler ist es eigentlich deine Aufgabe, dass die Bälle NICHT im Kasten einschlagen. Hatte ja auch geklappt. Man merkte beiden Teams in der Folgezeit an, dass weder Spiel-noch Wettkampfrhythmus so wirklich vorhanden waren. Vieles war Stückwerk, Kombinationen über mehrere Stationen waren Mangelware.
Offensivbemühungen waren schon da. Aber diese endeten meist in Eckbällen, die nichts einbrachten oder gleich in den Armen der Keeper landeten. Ein Torfestival war Stand Mitte Halbzeit 1 kaum zu erwarten. Man hatte eher das Gefühl, der erste Treffer, egal wo, würde mehr als deutlich die Richtung vorgeben.
Um so wichtiger war es also für die SGH, hinten sicher zu stehen und vorne eine gewisse Kaltschnäuzigkeit zu zeigen. Ersteres funktionierte recht ordentlich, auch dank eines gut aufgelegten Schlussmanns Ganzer. Im vorderen Drittel waren es oft Kleinigkeiten, die einem einen Strich durch die Rechnung machten. So war es ein ausgeglichenes Duell, was folgerichtig mit einem 0:0 in die Pause ging.
Man musste kein Prophet sein, um sagen zu können, dass vieles für einen Abnutzungskampf bis zum Schlusspfiff hindeutete. Olvenstedt als Gastgeber hatte natürlich den Anspruch, die Punkte bei sich zu behalten. So wurde dann auch der Vorwärtsdrang merklich erhöht. Handwerk konnte aber auch ab Beginn des zweiten Durchgangs munter dagegen halten.
Ein Auswärtspunkt würde die Kreuziger – Elf erst mal dankend annehmen. Aber bis dahin war es noch ein weiter Weg. Optimal für dieses Minimalziel wäre natürlich ein eigener Treffer gewesen. Würde man doch so den Kontrahenten noch mehr unter Druck setzen. Die Räume dafür waren da, auch die richtigen Spieler für diese Situationen standen auf dem Platz.
Einzig, es fehlte an der finalen Umsetzung. Oder es mangelte am Glück. So scheiterte Thurm mit einem Kopfball an der Latte. Ab der 75. Minute war es Germania, die den Druck minütlich erhöhten. So kamen die Gäste phasenweise kaum länger als ein paar Sekunden aus der eigenen Hälfte. Keeper Ganzer konnte sich immer wieder auszeichnen. Insgesamt hielt das Bollwerk aber, bis zur letztlich spielentscheidenden, 84. Minute.
Mag sein, dass dieses Spiel nicht ganz einfach zu leiten war. Aber in dieser Situation auf Freistoß für Olvenstedt zu entscheiden, war des Guten zu viel. Entweder war der Handwerker eher am Ball, von mir aus auch Pressschlag, aber niemals Foul gegen die SGH. Das daraus resultierende 0:1 war so was wie der vorweg genommene Todesstoß für die Gäste. Die Motivation war dahin, der Antrieb lag bei fast 0. Verständlich.
Klar warf man nochmal alles nach vorne, hoffte noch auf den Ausgleich. Gegen aufgerückte Handwerker zeigte sich Olvenstedt dann aber gnadenlos und traf noch zum 0:2 und 0:3. Wie schon zu Anfang fast „befürchtet“, waren es einzelne Aktionen, die diese Niederlage einläuteten. Ja, Olvenstedt hatte wahrscheinlich mehr für den Sieg getan, vielleicht auch verdient gewonnen. Aber das zustande kommen, machte dieses Ergebnis um so bitterer. Spätestens ab morgen sollte das Grübeln aber vorbei sein.
Der Fokus gilt dann nur noch dem Heimspiel gegen Ottersleben. Mehr Klarheit, bessere Chancenverwertung, etwas mehr Spielglück und die 3 Punkte bleiben am Umfassungsweg.
(rt)
Aufstellung:
Ganzer – Brentrop, Erdmann, Raschig, Schöber (66. Reeh) – Edmond (85. Klitsch), Popien, Helmecke – Langer, Feldmann (85. Zobel), Thurm>
Tore:
1:0 Meinecke (84.)
2:0 Böning (87.)
3:0 Meinecke (90.)
Gelbe Karten:
– / Langer, Edmond
Schiedsrichter:
Valentin Ochel (Luca Andreas Stoye, Nawrs Alali)
Zuschauer:
37
