.Wieder ein Heimspiel und wieder gegen Preussen. Nein, dass ist kein Schreibfehler, sondern die Meisterrunde der Stadtoberligasaison. Diesmal zu Gast war aber eigentlich der FC Zukunft in seiner mehr oder weniger klassischen Form. Nach zuletzt vier Punkten aus zwei Spielen war für die SG Handwerk natürlich die nächste volle Punktausbeute als Ziel ausgemacht.
Das Personalkarussell hatte an diesem Tag wieder etwas an Fahrt aufgenommen. Das sah aber trotzdem alles mehr als ordentlich aus. So begann das Duell also pünktlich um 14 Uhr. Und der Beginn war schon recht zähflüssig. Man hatte auch nach 10 Minuten noch das Gefühl, dass bei beiden Teams die Handbremse noch angezogen war.
Und damit kommt man dann natürlich schlechter auf Tempo. Es war dann mehrheitlich die SG Handwerk, die erste offensive Akzente setzte. Man näherte sich an, ohne das ganz große Feuerwerk abzubrennen. Da sich Zukunft aber ähnlich schwer tat, war es Spiel, was sich vorwiegend zwischen den Strafräumen bewegte. Es war also ein langer Atem gefragt.
Mit zunehmender Zeit konnten die Hausherren aber das Geschehen immer mehr auf ihre Seite ziehen. So war es der umtriebige Helmecke, der das erste Ausrufezeichen markierte. Nach Ablage von Zobel zog er aus spitzem Winkel einfach mal ab. Zukunfts Keeper konnte nur klatschen lassen und Zobel traf in Gerd Müller – Manier im Nachsetzen zum 1:0.
Der Bann war endlich gebrochen. Der FCZ war zur Reaktion gezwungen und Handwerk war gewillt, die sich ergebenden Räume zu bespielen. Ein weiterer Treffer noch vor der Pause würde die Nerven des heimischen Anhangs merklich beruhigen. Und die Mannschaft tat einiges dafür. Mal aus Nahdistanz, mal von ganz weit weg.
Da bahnte sich was an. Und tatsächlich. Die erste Hälfte war schon abgelaufen, da erreichte ein unglaublich langer Ball von Torhüter Ganzer sein Kollegen Helmecke. Dieser war mit Ball schneller als sämtliche Gegenspieler ohne. Wieder dann der Abschluss aus spitzen Winkel. Dies mal aber flach ins lange Eck und somit unhaltbar. 2:0 zur Pause, dass Beruhigungskissen wurde dicker und dicker.
Aber noch war ein weiterer Durchgang zu absolvieren. Und dieser Sport hält mitunter nicht viel von „gerecht oder verdient“. Also, oberste Bürgerpflicht für die SGH, hinten den Laden dicht halten. Denn es war zu befürchten, dass die Gäste noch nicht klein bei geben würden. Handwerk mit der Kardinalfrage: vornehmlich verwalten oder eher aufs Dritte gehen. Ersteres ist selten ein guter Ratgeber. Man schläfert sich nur selber dabei ein.
Also lieber weiter den Weg nach vorne suchen. Und ja, es ergaben sich auch weiterhin Chancen auf den endgültigen Todesstoß. Aber man ließ alles liegen. Zur weiteren Wahrheit gehörte aber auch, dass den Gästen sehr wenig Produktives einfiel. Die verbleibende Spielzeit nahm immer weiter ab und die Wahrscheinlichkeit zu, dass Handwerk einen weiteren Erfolg bejubeln durfte. Nach exakt 90 Minuten war es dann auch soweit. Das 2:0 brachte der Kreuziger – Elf den nächsten Dreier auf der Habenseite.
Es war ein verdienter Sieg, denn wenn man hinten die Null hält und vorne 2x trifft, hatte man zwei Dinge besser gemacht als der Kontrahent. Wie schon in der Vorwoche war es eine geschlossene Mannschaftsleistung. Und darauf kann jeder blau – weiße Akteur stolz sein. Denn wenn jeder seine Leistung abruft, hilft er damit dem Mitspieler, sich ebenfalls bestmöglich einbringen zu können. Funktioniert ein Team in sich, können auch Ausfälle und kleinere Schwächen kompensiert werden. So geschehen in den letzten 14 Tagen.
Nun ist erst mal Pokal und dann kommt der pelzige Freund mit den langen Ohren. Wer also noch nicht genug Eier hat, Hände hoch und zugreifen. Danach ist Derbyzeit….mehr muss man wohl nicht sagen.
Schon mal schöne Ostern allen Handwerkern und Sympathisanten.
(rt)
Aufstellung:
Ganzer – Kleinert, Erdmann, Raschig, Schöber – Helmecke, Edmond, Reinicke, Tennstaedt – Popien, Zobel
Tore:
1:0 Zobel (34., Helmecke)
2:0 Helmecke (45.+1, Ganzer)
Gelbe Karten:
– / Fiebig, Schaar
Schiedsrichter:
Stephan Mattheis (Jan Otto Oeding, Yarik Emil Hattermann)
Zuschauer:
28
