.“Wiedergutmachung“ stand über dem Heimspiel der SG Handwerk gegen die Zweitvertretung des VfB Ottersleben. Schon für das eigene Selbstwertgefühl. Hatte man doch vor Wochenfrist eine etwas schwer verdauliche Niederlage hinnehmen müssen.
Nun ist es natürlich so, dass man in der Meisterrunde fast ausschließlich mindestens gleichwertige Gegner und eben kein Fallobst als Kontrahenten hat.
Die Hausherren agierten also mit Beginn des Spiels aus einer defensiveren, abwartenden taktischen Ausrichtung. Dem VfB wurde in deren eigenen Hälfte bewusst der Ball überlassen. Wohl wissend, dass man so erst mal weniger Wiese verteidigen musste. In der Theorie zumindest. Im eigenen Spielaufbau bevorzugten Beide mehrheitlich die kurze Variante, meist dabei in schöner Ruhe gelassen.
So war es in der Anfangsphase eher ein Abtasten, risikoreiches Agieren sah man selten. Es waren aber eher die Gäste, die gefährliche Angriffe hervorbrachten. Die SGH konnte aber bis hierhin alles wegverteidigen. Und das war ja auch oberste Bürgerpflicht für einen möglichen Punktgewinn.
Dieses Unterfangen hielt genau bis zur 26. Minute.
Vorne ein eigener Standard, hinten zu luftig gegen den Raum und Ball und schon war das 0:1 nicht mehr zu verhindern. Wieder ein Nackenschlag der Marke „unnötig“. Bei so manchem Handwerker ging jetzt wohl wieder das Kopfkino an. „Was wäre wenn ?“ Und so was ist nie hilfreich. So schaffte man es trotz nummerischer Überzahl nicht, in Minute 32 den Ottersleber Angreifer entscheidend zu stören und ließ sich das 0:2 einschenken.
Der berühmte rote Faden zog sich also weiter durch die Auftritte der SGH. 0:2 hinten, nicht wirklich im Spiel, gerade offensiv, man machte sich das Leben selbst sehr sehr schwer. So schleppte man sich angeschlagen in die Pause, eine Neuausrichtung war dringend nötig.
Und jeder, der diesem Sport beiwohnt, weiß, ein schneller Anschlusstreffer kann das Ganze nochmal ordentlich in Fahrt bringen.
Dafür war zuerst einmal eine deutliche Leistungssteigerung der Gastgeber erforderlich. Und mit Beginn der zweiten Hälfte hatte man wirklich das Gefühl, die Halbzeitansprache hatte ihre Wirkung nicht verfehlt.
Es war nun mehr Zug drin, mehr Selbstvertrauen, mehr Zielstrebigkeit. So wurde es fast minütlich ein immer ausgeglicheneres Duell. Klar, der 2-Tore-Rückstand wog weiterhin schwer, aber noch hatte die Kreuziger -Elf alle Möglichkeiten, sich da selbst herauszuziehen.
Die Bank war gut besetzt, so das man noch fähiges Personal nachschieben konnte. Und das tat der Coach auch. Nun waren die Chancen auch da. Mal ging das Ding nur hauchzart vorbei, oder klatschte an den Pfosten. Oder der Elfmeterpfiff blieb unverständlicherweise aus.
Die erste Teilerlösung kam dann in der 76. Minute. Bei einer Ecke von Brentrop stand Helmecke goldrichtig, drückte das runde Leder aus Nahdistanz über die Linie. Kein Hexenwerk, kein Schnick Schnack. Einfachstes Fußball-ABC. Und doch so erfolgreich. Von nun an war es ein permanentes Anrennen, irgendwie musste das Teil noch ein zweites Mal über die Linie.
Die Zeit lief davon. Wieder Pfosten, wieder kein Pfiff, wieder knapp drüber. Klar muss man hinten nicht mehr mit Mann und Maus verteidigen, wenn vorne noch eine Bude gebraucht wird. So nutzte der VfB eine dieser Lücken zum vorentscheidenden 1:3.
War dann aber auch egal, denn danach war alsbald Schluss am Umfassungsweg. Die 2. Niederlage im 2. Spiel 2026 war somit besiegelt. Und wie schon in der Vorwoche war festzuhalten: eind gute Halbzeit reicht in der Meisterrunde wahrscheinlich nicht, um Zählbares mitzunehmen, bzw. zu Hause zu behalten.
Es ist vielleicht nicht viel, was momentan fehlt. Aber es sind nun mal diese kleinen Dinge, die über Sieg und Niederlage entscheiden. Schafft man es, diese abzustellen oder zumindest zu minimieren, sind die nächsten Punkte und Siege in greifbarer Nähe. Und dazu ist die Mannschaft absolut in der Lage.

(rt)


Aufstellung:
Ganzer – Brentrop, Erdmann, Raschig, Kleinert – Edmond (76. Kohnert), Reeh (68. Dieck), Popien – Helmecke (85. Schulz), Feldmann (68. Zobel), Langer

Tore:
0:1 Otremba (26.)
0:2 Nicoll (32.)
1:2 Helmecke (76., Brentrop)
1:3 Raschauer (90.)

Gelbe Karten:
– / Otremba

Schiedsrichter:
Axel Bänsch (Adrian Scharf, Luis Holzauer)

Zuschauer:
65