.Das Heimspiel der SG Handwerk an diesem Wochenende stand unter mehr als ungünstigen Gegebenheiten. Zum einen war der selbsternannte Aufstiegsanwärter Germania Olvenstedt zu Gast am Umfassungsweg. Zum anderen hatte die Heimelf mit den gleichen Problemen wie die deutsche Wirtschaft zu kämpfen, absoluter Fachkräftemangel. Aber Bange machen galt nicht. Denn die, die da waren, hatten auch schon alle mal gegen den Ball getreten. Um Punkt 14 Uhr wurde die Partie angepfiffen. Nur 60 Sekunden später wurde sie dann wieder angepfiffen. Klingt komisch, war aber so. Mit der allerersten Aktion war Olvenstedt nämlich mit 0:1 in Führung gegangen. Augenscheinlich hatte Handwerk wohl den ein oder anderen Akteur in der Kabine vergessen. Etwas unpassend, dieser frühe Rückstand. Aber auch noch ein ganzes Spiel Zeit, es zu revidieren. Den Gästen gab dies natürlich Auftrieb. In der Folgezeit kontrollierte Germania Ball und Gegner. Die SGH hatte alle Hände und Füße voll zu tun, sich zu erwehren. Als erstes musste das Spielgerät vom eigenen Tor fern gehalten werden. Was gerade bei Standards nicht immer einfach ist. Dies bekam man in Minute 15 zu spüren. Hier nutzte Olvenstedt die Größenvorteile gnadenlos zum 0:2 aus. Interessanterweise war das so etwas wie der Startschuss für Handwerks beste Phase. Mutig und zielstrebig wurde der Weg Richtung Germania – Tor gesucht und einige Male auch gefunden. Hier zeigte sich, dass der Tabellenführer alles andere als unverwundbar war. Die Hausherren mussten nun den schmalen Grad finden, zwar möglichst den Anschluss zu erzielen, defensiv aber nicht schon den endgültigen KO zu bekommen. Das 1:2 von Helmecke in Minute 30 war eine erste Belohnung für den erbrachten Aufwand. Mit langen Schritten und richtig Zug zum Tor vorbei an 4 Gegnern und rein das Ding. Einfach ein klasse Treffer. Die Hoffnung war geweckt. Nun nochmal 15 Minuten wachsam bleiben und zumindest diesen Zwischenstand mit in die Pause nehmen. Bis dahin gab es auf beiden Seiten noch ordentliche Einschussmöglichkeiten. Blieb aber alles ungenutzt. Fast alles. Kurz vor dem Halbzeitpfiff waren es dann doch nochmal die Gäste, die zuschlugen. Ein langer Ball konnte auf Grund fehlender Körpergröße nicht verteidigt werden und führte in der Folgezeit zum 1:3. Mehr als unpassend und im Nachhinein so etwas wie der berühmte letzte Sargnagel. Ging hier noch was nach dem Wiederanpfiff ? Noch hatte man die Hoffnung nicht ganz verloren. Aber dafür mussten weitere eigene Tore her. Dieses Ziel bekam in der 54. Minute einen herben Dämpfer. Handwerks Helmecke sah einen vollkommen irrwitzigen Platzverweis. Zwei gelbe Karten für eine Aktion. Gibt so was das Regelwerk überhaupt her? Die erste Gelbe per Handzeichen zu akzeptieren und dafür dann Gelbrot zu kassieren zeigt von Null Fingerspitzengefühl beim Schiedsrichter. Der Hoffnungsschimmer der SGH war damit natürlich erloschen. 1:3 im Rückstand, ein Mann weniger und der Kontrahent weiter spielfreudig. Die restlichen Gegentore dann vielleicht etwas zu einfach, aber auch nicht mehr wirklich relevant. So musste die SGH eine deutliche Heimpleite hinnehmen. Der Sieg für die Gäste geht natürlich in Ordnung. Die letztliche Höhe war dann auch sicherlich den anderen Widrigkeiten geschuldet. Nun sollte man dem Team aber keine großartigen Vorwürfe machen. Es war halt ein Tag, wo alles Negative nun mal zusammenkommt. Fortan muss es heißen, die restliche Saison bestmöglich über die Bühne zu bekommen. Und dazu ist die Mannschaft auch auf jeden Fall im Stande.

(rt)

Aufstellung:
Ganzer – Brentrop, Schulz, Reinicke (81. Kreuziger), Kleinert – Helmecke, Edmond, Bode, Langer (66. Kohnert) – Feldmann Arvelo (66. Zobel), Fieseler

Tore:
0:1 Pahlke (1.)
0:2 Puchowka (15.)
1:2 Helmecke (30.)
1:3 Trinh (44.)
1:4 Pahlke (59.)
1:5 Puchowka (63.)
1:6 Trinh (83.)

Gelbe Karten:
Langer, Feldmann Arvelo, Brentrop / Trinh

Gelbrote Karte:
Helmecke (54.)

Schiedsrichter:
Thomas Neumann (Otto Wilhelm Neumann, Luis Holzhauer)

Zuschauer:
42