.„Zuhause ist am Schönsten“, so könnte das Motto für die Heimspiele der SG Handwerk momentan lauten. War man doch bei den letzten Auftritten sehr erfolgreich. Mit dem SSV Besiegdas war allerdings an diesem Samstag ein harter Brocken zu Gast.
Aufgrund der vergangenen Duelle war ein zähes Ringen zu erwarten. Und dies spiegelte sich auch vom Anpfiff hinweg auch wieder. Beide Mannschaften waren erst mal darauf bedacht, wenig Risiko zu gehen. So ließ man den Ball lieber in den eigenen Reihen laufen. Immer in der Hoffnung, irgendwann die freie Anspieloption zu finden.
Es war intensiv, es war knackig, was beide Kontrahenten boten. Zweikämpfe wollten und mussten auch geführt werden. Darunter litt so etwas die spielerische Komponente. Chancen boten sich dann eher aus Standardpositionen oder hausgemachten Fehlern. Die Frage war dann schon, wer einen dieser Fehler ausnutzen konnte.
So bewegte sich der Ball mehrheitlich zwischen den Strafräumen, meist außerhalb der Gefahrenzone. Nach einem mehr als harten Einsteigen blieb Handwerks Kohnert mit aufgeplatzter Lippe erst mal liegen. Das sah schon übel aus. „Besser“ hätte es wohl Klitschko damals auch nicht hinbekommen. Der Pausentee war bereits aufgesetzt, da brandete doch noch ein Jubelschrei durchs weite Rund. Es lief gerade die 43. Minute, als nach Vorlage vom wieder genesenen Kohnert Handwerks Feldmann Arvelo bissig und konsequent nachsetzte und das runde Leder schlussendlich über die Linie brachte. Da war sie endlich, die Führung für die Hausherren. Kein Hexenwerk, kein Schnick Schnack, einfach der pure Wille.
Reicht manchmal auch. So konnte die SGH optimistisch in der Kabine verschwinden. Wohl wissend, dass der Kampf noch lange nicht gewonnen war. Noch war eine weitere Dreiviertelstunde zu absolvieren. Und der SSV Besiegdas würde weiter auf seine Chance lauern. Für die Handwerker war natürlich oberste Bürgerpflicht, den Laden möglichst lange sauber zu halten. Es würden sich schon noch Räume und Möglichkeiten ergeben. Zunächst war der zweite Durchgang aber quasi eine Kopie der ersten Hälfte.
Niemand wollte ins offene Messer laufen, keiner das ganz große Risiko gehen. Wobei die Gäste eigentlich unter Zugzwang waren. Denn sie lagen ja immer noch zurück. Nun ist so ein „Ergebnis verwalten“ eigentlich nicht gerade eine Stärke der Gastgeber.
Folglich war man bestrebt, doch schnellstmöglich für klare Verhältnisse zu sorgen. Denn je länger die knappe Führung hielt, um so ärgerlicher wäre ein Punktverlust geworden. Mittlerweile war die absolute Crunchtime angebrochen. Besiegdas hatte alles nach vorn geworfen.
So konnte der eingewechselte Schulz in Minute 87 Mitspieler Thurm in Szene bringen. Und dieser agierte ganz nach dem Motto: „wenn du nicht weißt, wohin mit dem Ball, schieß ihn einfach rein.“ Sein Abschluss von der Mittellinie hatte genau die richtige Länge und Höhe und schlug unhaltbar für den Keeper ein.
Mit dem 2:0 war die Messe gelesen. Nun hatte dieses Spiel aber noch eine besondere Geschichte parat. Handwerks lange und schmerzlich vermisster Fieseler setzte mit dem 3:0 noch die Kirsche auf die Sahnetorte. Manche Storys schreibt einfach nur der Fußball.
So ging die SG Handwerk als letztlich verdienter Sieger vom Platz. War das Spielgeschehen vielleicht durchweg ausgeglichen, sprach die Chancenverwertung dann doch deutlich für die Gastgeber. Ein Erfolg, mit dem nicht zwingend jeder gerechnet haben dürfte. Aber ein perfektes Sinnbild dafür, was man mit Teamgeist, Leidenschaft und Wille erreichen kann.
Behält sich die Mannschaft diese Art und Weise bei, sind noch einige Erfolge möglich.

(rt)

Aufstellung:
Ganzer – Brentrop, Dieck, Raschig, Kleinert (62. Schöber) – Kohnert (62. Fieseler), Edmond, Popien, Langer – Thurm, Feldmann Arvelo (83. Schulz)

Tore:
1:0 Feldmann Arvelo (43., Kohnert)
2:0 Thurm (87., Schulz)
3:0 Fieseler (90.+4, Langer)

Gelbe Karten:
Kleinert, Kreuziger, Feldmann Arvelo, Thurm / Rausendorf

Schiedsrichter:
Andreas Härtel (Leonard Lindner, Jonas Reimert)

Zuschauer:
31