.Ein etwas konfuser Spielplan der Meisterrunde ergab die Tatsache, dass es zwischen der SG Handwerk und dem FC Zukunft/MSV innerhalb kürzester Zeit zu Hin – und Rückspiel kam. So traf man sich zum neuerlichen Duell an der Bodestraße. Das Hinspiel hatte die SGH noch mit 2:0 für sich entschieden.
Was schon zeigte, dass das hier und heute durchaus ein ähnlich enges Ding werden könnte. Beide Teams starteten eher mit einer kontrollierten, abwartenden Spielweise. Niemand wollte natürlich gleich ins offene Messer laufen. Liegen doch die Stärken in der jeweiligen Offensive.
Eventuelle Tempodefizite wollte die SGH mit gutem Stellungsspiel auffangen. Dieses Vorhaben war aber in der 10. Minute bereits Makulatur. Denn nach einem tiefen Ball war Zukunfts Angreifer nicht mehr zu halten und markierte das frühe 1:0 für die Hausherren.
So was war im Matchplan der SGH mit Sicherheit nicht vorgesehen. Auf jeden Fall mussten die Angriffsbemühungen deutlichst intensiviert werden. Aber irgendwie stand man weiterhin auf der Bremse. Dabei zeigte man doch immer wieder in Ansätzen, wie es gehen konnte, ja vielleicht auch musste. Zumindest waren die Gäste aber präsent in des Gegners Hälfte.
Und nur dort kann man bekanntlich auch Tore erzielen. Es war allerdings dann ein Standard, der für den Ausgleich herhalten musste. Nach einer Ecke war Popien, der im gefühlt 10 Nachsätzen den Ball über die Linie brachte. Da war er also, der 1:1 Ausgleich. Dieser Zwischenstand spiegelte dann auch die Kräfteverhältnisse in der Folgezeit wieder. Beide Mannschaften taten sich sehr schwer, gefällig oder zumindest zielgerichtet das gegnerische Tor zu attackieren.
Handwerk war zwar bis zum Strafraum voller Tatendrang, aber für den entscheidenden Schritt fehlten dann Ideen oder Konsequenz. So murmelte sich das Duell ohne weitere Treffer in die Pause. Wer hier und heute gewinnen wollte, würde einen langen Atem brauchen. Und auf diesen langen Atem hatten sich wohl beide Teams schon eingestellt.
Man hatte phasenweise das Gefühl, dass alle in erster Linie auf Fehlervermeidung aus waren. Unter so was leidet natürlich meist der Spielwitz. Handwerk hielt aber immerhin den Punkt fest. Was ja das absolute Minimalziel gewesen sein dürfte. Und eine stabile Abwehr macht oft auch den Weg für eine funktionierende Offensive frei. Aber es war weiterhin zum Haare raufen.
Hier fehlte der Blick für den Mitspieler, da verweigerte man den Abschluss. Mitte des zweiten Durchgangs waren es eher die Gäste, die den nächsten Treffer im Blick hatten. Je weiter die Spielzeit voranschritt, desto klarer wurde allen, dass ein eventuell weiteres Tor die Entscheidung bringen würde. Egal für wen. Noch war die Hoffnung bei der SGH vorhanden, noch einmal erfolgreich abzuschließen.
Aber es passte leider ins Bild, dass es der FC Zukunft war, der wieder jubeln durfte. Die 85. Minute brachte den 1:2 Rückstand für die Handwerker. Der Stecker schien gezogen. Woher sollte nun noch die nötige Motivation kommen. Natürlich wurde bis zum Schlusspfiff alles versucht, aber ein eigener weiterer Torerfolg war den Gästen nicht vergönnt. Die Blicke waren leer, der Körper und Kopf wahrscheinlich auch. Kämpferisch konnte man der SG Handwerk nun beileibe keinen Vorwurf machen. Man muss auch ehrlich sagen, dass eine Punkteteilung das gerechte Ergebnis gewesen wäre. Einen Sieger hatte das Geschehen eigentlich nicht hergegeben.
Es ist ein Spiel, was man ganz schnell aus den Köpfen streichen sollte. Man hatte ja nicht viel verkehrt gemacht. Aber auch leider zu wenig richtig.
Einen Dreier im nächstem Match und die Sonne lacht auch wieder über dem Umfassungsweg.

(rt)

Aufstellung:
Ganzer – Brentrop, Erdmann, Raschig, Kleinert – Feldmann (71. Kohnert), Popien, Edmond, Langer – Thurm, Zobel

Tore:
1:0 Tolle (10.)
1:1 Popien (28., Feldmann)
2:1 Renning (85.)

Gelbe Karten:
– / Brentrop, Thurm

Schiedsrichter:
Stefan Ritzau (Franz Pommerenke, Jakob Sieche)

Zuschauer:
25