.So ganz ganz langsam biegt die Meisterrunde der Stadtoberligasaison auf die Zielgerade ein. Für die SG Handwerk war und ist es natürlich das Ziel, weiter möglichst viele Punkte zu sammeln, um in der Tabelle noch weiter nach oben zu klettern. Hierfür musste natürlich im Heimspiel gegen den SV Arminia II Zählbares herausspringen.
Nun würde es gegen den Tabellenzweiten selbstredend kein Zuckerschlecken werden.
Aber die Gastgeber kamen durchaus ordentlich in die Partie. Beide Teams bewegten den Ball mehrheitlich zwischen den Strafräumen. Ab und an kam dann doch mal ein Angriff bis zum Tor durch und zwang die Schlussleute zum Handeln. Es war intensiv, es war kurzweilig, die ganz großen fußballerischen Leckerbissen ließen aber noch auf sich warten.
Was aber zumindest der SG Handwerk nur bedingt vorzuwerfen war. Schließlich wollte man ja auch nicht ins offene Messer laufen. Ein Rückstand hätte das Unterfangen ungleich schwerer gemacht. So blieb es ein Duell auf Augenhöhe, beide Mannschaften waren im Begriff, dass 0:0 mit in die Kabine zu nehmen. Kurz vor dem Pausenpfiff brachte allerdings eine Aktion alle Gemüter zum Kochen. Ja, Überkochen.
Handwerks Helmecke hatte mit Ball gut Tempo Richtung Arminia – Tor aufgenommen. Da er mit fairen Mitteln anscheinend nicht gestoppt werden konnte, brachte ihn der Gästekapitän einfach mal mit einem Brutalo-Foul zum Stoppen. Ohne Chance auf den Ball, ohne Rücksicht auf Verluste oder die Gesundheit des Handwerkers.
Einfach weggetreten, ohne Sinn und Verstand. Sich dann noch mit einem breiten Grinsen vom Ort des Geschehens zu entfernen und sich das Lob seiner Mitspieler dafür abzuholen, spricht Bände und zeigt, welches Geistes Kind manche sind. Das es dafür nur die gelbe Karte gab, mag vielleicht noch irgendwo dem Regelwerk entsprechen.
Aber allein für Dummheit hätte es hier Rot geben müssen. Nun blieb zu hoffen, dass sich die Gemüter in den 15 Minuten halbwegs wieder beruhigen würden. Vom Wiederanpfiff weg zeigte sich ein ähnliches Bild, was die Kräfteverhältnisse angeht.
Handwerk rieb sich auf, versuchte vieles, kam aber zu selten ans Ziel oder scheiterte an sich selbst. Gerade defensiv wurde es nun immer mehr ein Ritt auf der Rasierklinge. Aber solange man selbst an des Gegners Strafraum präsent ist, kann ja nicht viel passieren. Pustekuchen. So war es in der 66. Minute ein eigener Standard, der einem binnen 10 Sekunden buchstäblich um die Ohren flog. Dieses 0:1 war natürlich der Worst Case.
Der Berg, den es zu erklimmen galt, wurde immer schwerer und steiniger. Von nun an war es wie Kampf gegen Windmühlen. Offensiv tat man sich weiterhin zu schwer und defensiv sah man sich fast minütlich Gästeangriffen ausgesetzt. Das 0:2 in der 79. Minute war dann der endgültige Sargnagel für die SGH. Diesmal war es ein Eckball der Gäste, der nach Pingpong im Tor landete.
Der Wille und der Mut schwanden dahin. Ein Stück weit verständlich. Mancher sehnte sicher den Schlusspfiff herbei. Es passte dann zum heutigen Tag, dass in der Nachspielzeit noch das 0:3 fiel. Als Fazit kann und muss man nun sagen, dass der Auswärtssieg grundsätzlich in Ordnung geht. Über die Höhe kann man streiten.
Mir war er 1-2 Tore zu hoch. Handwerk hatte letztlich zu wenig hoffnungsvolle Torgefahr ausgestrahlt und somit blieb vorne logischerweise die 0 stehen. Auf diesem Gebiet hatten sich der SVA cleverer angestellt. Weshalb man sich dann aber nach dem Spiel lauthals bei der SG Handwerk für die 3 Punkte bedanken muss, bleibt wohl ewig ihr Geheimnis.
Na ja, Niveau ist halt keine Hautcreme. Und in der nächsten Serie sieht man sich trotzdem wieder. Für die Hausherren heißt es nun, dieses Spiel möglichst schnell aus den Köpfen zu bekommen. Man dreht die Zeit nicht zurück. Aber die Zukunft kann man aktiv beeinflussen.
Und mit einem Sieg beim MSV Börde II sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Aber nur dann ;).
(rt)
Aufstellung:
Ganzer – Brentrop, Erdmann, Raschig, Schöber (76. Kleinert) – Helmecke, Edmond, Popien, Fieseler (80. Tennstaedt)- Zobel (76. Kohnert), Feldmann Arvelo
Tore:
0:1 Ottmar (66.)
0:2 Ibrahim (79.)
0:3 Kienz (90.)
Gelbe Karten:
Feldmann Arvelo / Förster, Ottmar
Schiedsrichter:
Tom Gärtner (Frank-Detlef Stietzel, Niklas-Benjamin Weber)
Zuschauer:
35
