.Du möchtest deinen ersten Sonnenbrand 2026 ? Dann fahr nach Ottersleben und schau dir Fußball an. Der Wettergott meinte es beim Aufeinandertreffen des VfB Ottersleben II und der SG Handwerk mehr als gut mit den Anwesenden.
Nun musste sich nur noch das Spiel dem guten Wetter anpassen. Und die Gäste kamen ordentlich in die Partie. Die Taktik war klar. Tiefer stehen, Räume dicht machen und schnell umschalten.
Die ersten Minuten ließen schon erahnen, dass das hier kein Halli Galli – Duell werden würde. Beide Seiten nährten sich immer wieder dem gegnerischen Tor an. Der VfB hatte vielleicht mehr Ballbesitz, zielstrebiger sah es allerdings bei der SGH aus.
Den verdienten Lohn gab es dann in der 19. Minute. Thurm brachte einen Freistoß und fand den Kopf von Kollege Feldmann. Dieser ließ das Spielgerät gekonnt über den Scheitel rutschen und brachte ihn so über die Linie.
Der Otter-Keeper sah hier, na ja, semi – glücklich aus. Damit hatten wohl die wenigsten gerechnet. Nun mussten die Hausherren natürlich etwas zeigen und waren gefordert. Nun war es ein vollends kurzweiliges Duell. Keine Ruhepausen, kein langer Ballbesitz, die Kugel war immer in Bewegung.
Die Minuten 37, 38, 39 gehörten dann komplett dem VfB.
Binnen dieser paar Minuten drehten sie per Doppelschlag das Spiel zum 2:1. Die Begegnung schien nun ihren erwarteten Verlauf zu nehmen. Über zu wenig Arbeit konnte sich auch der Schiedsrichter nicht beschweren. Es wurde munter gefoult, erzählt, beleidigt. Kann man natürlich ahnden, muss man aber scheinbar nicht.
Hier fehlte es in einigen Situationen an der klaren Linie und Konsequenz. Wer labert bekommt gelb. Wer beleidigt, auch mit Gesten, bekommt rot. Eigentlich ganz einfach. Hier konnten die Gastgeber froh, noch mit 11 Mann auf dem Platz zu stehen. Den Schlusspunkt in Durchgang 1 setzte dann aber nochmal die SGH.
Einwurf von Thurm, Kopfball Fieseler, 2:2. Ein verdienter und gerechter Zwischenstand nach 45 Minuten. Toremäßig und vom Unterhaltungswert war die erste Hälfte schwer zu toppen.
Aber die Akteure sahen das wohl anders und begannen den folgenden Durchgang so, wie sie den ersten beendet hatten. Mit „Feuer frei“ aus allen Rohren. Den nächsten Volltreffer landeten dann wieder die Gäste. Handwerks Langer mit Ball schneller als sein Gegenspieler ohne, kurz quer gelegt und Zobel drückte das Ding über die Linie.
Das schmeckte Ottersleben natürlich überhaupt nicht. Wie konnten es denn diese biederen Handwerker wagen, hier wieder in Führung zu gehen. Die für den Spielausgang letztlich entscheidende Phase brach nun an. Die SGH verteidigte zu luftig, zu sorglos.
Man kam kaum noch in die wichtigen Zweikämpfe. So kassierte man binnen 10 Minuten 4 Krawatten und lag nun aussichtslos zurück. Aber selbst dieser klare Zwischenstand kühlte die Gemüter nicht ansatzweise ab. Es wurde gefoult, gelabert, reklamiert. Zwischendurch gab es dann doch mal den gelben Karton, auf beide Seiten verteilt. Ottersleben hätte das Ding ja ganz locker und ruhig runterspielen können, taten sie aber nicht.
Zum Glück bekamen die Akteure den Liveticker bei Fupa nicht mit. So viel sinnfreies Gequatsche mit so wenig Worten, Hut ab. Der Kollege sollte Kurzromane schreiben. Ironischerweise bekam die klar führende Mannschaft dann noch den einzigen Platzverweis mit glatt rot. Natürlich fürs Erzählen. Den sportlichen Schlusspunkt setzte dann nochmal die SGH.
Klitsch nickte voller Überzeugung zum 4:6 ein. Den verbalen Schlusspunkt durften sich die Hausherren auf die Fahne schreiben. So ließ es sich ein VfB-Akteur nicht nehmen, die Handwerkbank einmal im Kreis zu beleidigen. Wohlgemerkt unter den Augen und Ohren seiner Vereinskameraden und den Schiedsrichtern. Und hatte nicht eben jener kurz zuvor schon rot gesehen ? Zum Glück hatten die Gäste ihren eigenen Ordnungsdienst dabei, der den Störenfried ruhig und besonnen in die Schranken verwies. So ging ein kurzweiliges Stadtoberligaspiel um die goldene Ananas zu Ende.
Für den neutralen Zuschauer schön anzusehen.
Das sportliche Geschehen wird wohl nicht so lange in Erinnerung bleiben wie der ganze Rest.
Die SG Handwerk hatte insgesamt einen guten Auftritt abgeliefert. 4 Tore muss man erst mal machen. 6 kassieren natürlich nicht so sehr. Trotzdem sollte man vor allem das Positive mitnehmen in die letzten beiden Partien. Da sollten im Normalfall 4 Buden zum Sieg reichen.

(rt)

Aufstellung:
Schröter – Bode, Thurm, Kleinert, Schöber – Fieseler, Edmond, Popien, Langer – Feldmann Arvelo (69. Klitsch), Zobel (69. Ganzer)

Tore:
0:1 Feldmann Arvelo (18., Thurm)
1:1 Schwartzer (33.)
2:1 Michalzik (36.)
2:2 Fieseler (41., Thurm)
2:3 Zobel (58., Langer)
3:3 Schwartzer (61.)
4:3 Otremba (64.)
5:3 Michalzik (69.)
6:3 Wahl (73.)
6:4 Klitsch (88., Thurm)

Gelbe Karten:
Otremba, Lübke / Fieseler, Bode

Rote Karte:
Schumann (Ottersleben II, 87., Beleidigung)

Schiedsrichter:
Jan Erik Göbecke (Ben Eikholt, Niklas-Benjamin Weber)

Zuschauer:
30