.Da war er also nun, der letzte Spieltag für die SG Handwerk in der Stadtoberligasaison 25/26. Bei herrlichem Sonnenschein und knackigen Temperaturen hieß der Gegner MSC Preussen II. Klar ging es letztlich um die goldene Ananas.
Aber Ziel ist es ja eigentlich immer, tabellarisch höchstmöglich abzuschließen. Und die SGH kam gut und strukturiert in die Partie. Die Ausrichtung war klar. Bei diesem Wetter erst mal Kräfte schonen und den Kontrahenten auf ungefährlichem Gebiet Ball und Raum zu überlassen. Und dies gab dann immer wieder die Möglichkeit, nach Ballgewinnen schnell umzuschalten. So dauerte es auch gar nicht lange und es ergaben sich erste ordentliche Abschlusssituationen.
In der 14. Minute war es allerdings ein Standard, der die Gästeführung einleitete. Aus dem Getümmel heraus war es Youngster Bode, der das Spielgerät über die Linie brachte. Der Auftakt war also gelungen. Nur Momente später war die Euphorie aber erst mal verflogen, als Handwerks Kleinert mit einer gebrochenen Nase ausgewechselt werden musste. Und das in seinem letzten Spiel für Blau – Weiß.
Dieser Schock musste verdaut werden. So was möchte keiner sehen. Aber zum Glück ließen sich die Gäste nicht lange dadurch von ihrer Marschroute abbringen. Klar hatte der MSC auch seine Angriffe, spätestens bei Keeper Ganzer war dann aber Feierabend. Ein gutes Gefühl machte sich unter Anhängern der Handwerker breit.
Hier ging heute was. Und diese Hoffnung bekam kurz vor dem Pausentee weitere Nahrung. Ein berechtigter Pfiff des Schiedsrichters bescherte dem ebenfalls vor der Partie verabschiedeten Sebastian Dieck die Chance auf einen so seltenen Treffer. Cool und abgezockt verwandelte er den fälligen Strafstoß zum 2:0 für die SGH.
Das war doch schon mal ein ordentliches Polster, das man da mit in die Pause nahm. Sehr sehr viel sprach zu diesem Zeitpunkt für einen Auswärtssieg. Man hielt alle Trümpfe in der Hand. Preussen musste etwas tun, Handwerk nur die sich ergebenen Räume clever nutzen. Und das Wüstenwetter war auf beiden Spielhälften gleich.
Was mit Minute 46 allerdings dann folgte, war wie in einem schlechten Film. Welche Mannschaft hatte die erste Hälfte noch so souverän gestaltet ? Nicht mehr zu erkennen. Wer musste eigentlich „nur“ Ball und Gegner laufen lassen ? Genau, die Gäste. Nur, sie taten es viel zu wenig.
So war der 1:2 Anschlusstreffer quasi der Startschuss allen Übels.
Man kennt das von kaputten Leuchtstoffröhren. Die flackern erst noch eine Weile, bis sie ganz den Geist aufgeben. Aber jeder weiß, dass es passieren wird. Und dieses Gefühl beschlich so manchen Zuschauer. So ließ das 2:2 nicht lange auf sich warten.
Und irgendwie war das der Startschuss, der den Fußball an sich, immer mehr in den Hintergrund drängte. Karten flogen durch die Gegend wie beim Skat. Es wurde diskutiert wie bei Markus Lanz. Der Unparteiische traf teils seltsame Entscheidungen wie an der Börse.
Und als die Hausherren das Ergebnis komplett gedreht hatten und Handwerk wenig später auf einen Akteur verzichten musste, war der Ofen endgültig aus. Es lief nichts mehr zusammen bei der SGH. Woher sollte die Motivation auch jetzt noch kommen. Der MSC nutzte diesen Umstand zu 3 weiteren Toren und schraubte das Ergebnis auf 6:2. Dies war auch der Endstand. Was man sich in Hälfte 1 mit den Händen aufgebaut hatte, hatte man sich in Durchgang 2 mit dem Hintern wieder eingerissen.
Wie sieht man denn nun diesen 6.Platz zum Saisonende ? Wäre mehr drin gewesen ? Auf jeden Fall. Der 5. Rang war bis zum Schluss in greifbarer Nähe. Alles andere darüber war einfach eine Etage zu hoch. Man hatte im Saisonverlauf Spiele gerechterweise verloren, man hatte Partien verdientermaßen gewonnen. Der Rest pendelt sich logischerweise dazwischen ein. Das Verhältnis zwischen Siegen und Niederlagen hätte gerne etwas ausgeglichener ausfallen dürfen.
Das Abschlusstableau ordnet die gesamt mannschaftliche Stärke in dieser Spielzeit aber schon gerecht ein.
Gebührend verabschieden möchten wir hier aber noch einmal unsere beiden alten Recken Flori und Basti. Ihr habt euch stets in den Dienst der Mannschaft und des Vereins gestellt. Habt euch zerrissen, alles abgerufen, was der Körper so hergab.
Selbst das nicht gewollte Gefühl eines unterlegenen Klitschko-Gegners hat Flori auf sich genommen. Die gesamte SG Handwerk sagt euch ein riesiges „Danke schön“ !!! Wer mit euch in einer Mannschaft spielen durfte, der weiß, was den Amateurfußball wirklich ausmacht. Ihr seid jederzeit herzlich willkommen. Vielleicht auf dem Platz, ganz sicher aber an der Theke.
Habt alle eine erholsame Sommerpause. Freut euch auf den Schwimmhallenlauf und die riesigen Rasenplätze in der Vorbereitung. Ich habe fertig.
(rt)
Aufstellung:
Ganzer – Kleinert (16. Reeh), Dieck, Thurm, Schöber (74. Schröter) – Fieseler, Popien, Bode, Langer – Feldmann Arvelo, Zobel (63. Kohnert)
Tore:
0:1 Bode (14.)
0:2 Dieck (39., Elfmeter)
1:2 Kühne (48.)
2:2 Seitz (54.)
3:2 Koch (56.)
4:2 Seitz (83.)
5:2 Seitz (84.)
6:2 Seitz (86.)
Gelbe Karten:
Kühne, Knobbe, Kowalczik / Bode, Ganzer, Dieck, Fieseler, Thurm, Langer, Kreuziger
Rote Karte:
Feldmann Arvelo (60.)
Schiedsrichter:
Emil Uhde (Adrian Gehring, Tarek Noel Wolff)
Zuschauer:
40
