.Mit großen Schritten geht es kalendarisch Richtung Herbst. Petrus hatte an diesem Wochenende aber nochmal ein Einsehen und bescherte allen feinstes Fußballwetter. So war die SG Handwerk an der Bodestraße gegen den MSV 90/FC Zukunft gefordert. Eine weitere Wundertüte, die es erst mal zu knacken galt.
Preisfrage. Was ist passiert, wenn der Schiedsrichter innerhalb der ersten 60 Sekunden das Spiel 2x anpfeift ? Genau, es ist quasi mit dem ersten Ballkontakt ein Tor gefallen. So auch hier. Handwerk nach 3-4 Stationen den Ball auf Alabdullah, Dieser auf Bode, rein das Ding zum 1:0.
Joar, kann man mal so spielen. Es war natürlich ein Auftakt nach Maß, aber würde es auch die weitere Richtung des Geschehens wiedergeben ? Um es gleich zu sagen, ja. Die Gäste waren hier Herr im fremden Haus. Über einen kontrollierten Spielaufbau ging es wahlweise durch die Zentrale oder über die Außenpositionen nach vorn. War man erst mal in des Gegners Hälfte, war der SpG ein ums andere Mal überfordert.
So war das 2:0 nach 24 Minuten eine fast logische Konsequenz. Thurm hatte den Ball bekommen und sofort realisiert, dass der Keeper aus gut 25 Metern doch zu überwinden sei. Also, gesagt, getan. Sein Schuss senkte sich punktgenau unter die Latte und zappelte im Netz. Das Ganze nahm ihr schon sehr ordentliche Formen an.
Und als Erdmann nur Momente später nach Verlängerung von Feldmann Arvelo , mit seiner Paradedisziplin dem Kopfball, das 3:0 erzielte, musste man sich schon die Augen reiben. Es durfte ja im Vorfeld mit vielem gerechnet werden, aber das hatte wohl niemand auf dem Schirm.
Nun war es aber bei weitem nicht so, dass die Gastgeber nur staunender Zuschauer waren. Zukunft war gerade offensiv alles andere als untätig. Ganz im Gegenteil. Sie brachten sich immer wieder in die Positionen, wo ein Tor hätte fallen können. Teilweise müssen. Handwerk war hier einfach zu schläfrig oder zu hektisch. Je nach dem. So war das 1:3 ein Umstand, der nicht wirklich überraschend kam. Wenn man zu viel Einladungen verteilt, muss damit gerechnet werden, dass jemand so was mal annimmt. In den Folgeminuten musste sich Handwerk erst mal schütteln und fangen. Der FCZ nun mit Dauerdruck, ein weiteres Tor lag in der warmen Luft.
Es war aber so ein Tag, der es nur gut mit der SGH meinte.
Denn der besagte Treffer fiel zu Gunsten der Gäste und rückte alles wieder gerade. Schöber hatte einen Sprint über das halbe Feld angezogen, sein Abschluss/Querpass landete beim mitgelaufenen Bode und für den war es kein Problem mehr, dass Teil über die Linie zu drücken.
Mit diesem beruhigenden 4:1 ging es in die Pause.
Das noch eine weitere Hälfte zu spielen war, dürfte für die Beteiligten Fluch und Segen zugleich gewesen sein. Für die SGH war es zunächst einmal oberste Bürgerpflicht, hier und heute keinerlei Spannung mehr aufkommen zu lassen. Und nach vorn geht ja immer noch was. Gerade, weil man noch genügend Offensivpower auf der Bank hatte. einen ganz ganz Großen, einen stämmigen Pitbull und zwei Pfeilschnelle.
Handwerk hatte nun wieder alles im Griff. Das war hier zwar kein Tiki Taka oder endloser Ballbesitz, aber es war ausreichend, um dem Kontrahenten bis auf ein paar wenige Momente kaum was anzubieten. Also erst mal frische Beine aufs Parkett. Denn nur eingesetzte Spieler haben ein volles Anrecht auf Bier.
Die Wechselarie wurde nur kurz durch Brentrops 5:1 unterbrochen. Nun unterscheiden sich er und Kollege Thurm nur unwesentlich bei der Haarpracht, beim Erzielen der Tore ist man sich aber komplett einig. Auch sein Treffer war jenseits der 25m Marke. Es war fast wie auf dem Rummel. „Wer will nochmal, wer hat noch nicht“. Genau, Handwerks Popien. Und so bat er in Minute 79 zum Tanz. Fast wie beim Riesenslalom und dann noch mit Tunnel beim Torhüter, es ging einfach alles heute. Das 6:1 war der Schlusspunkt unter diesen letztlich souveränen Auswärtssieg. Klar war der Dreier verdient, auch in dieser Höhe. Es gab aber auch kurze Phasen, wo es nochmal hätte eng werden können.
Und ganz so eindeutig waren die Kräfteverhältnisse nur teilweise gewesen. Aber nichtsdestotrotz war es ein kleines Statement, dass man so gesetzt hatte. Nach vorne geht immer was. Und bietet man hinten wenig an, wird das nicht der letzte Erfolg gewesen sein. Es ist alles kein Hexenwerk, man muss es nur umsetzen.
(rt)
Aufstellung:
Ganzer – Brentrop, Reeh, Erdmann, Schöber – Bode (74. Fieseler), Edmond, Popien, Alabdullah (65. Ahmed Mohamud) – Thurm (65. Zobel), Feldmann Arvelo (74. Kohnert)
Tore:
0:1 Bode (1., Alabdullah)
0:2 Thurm (24., Alabdullah)
0:3 Erdmann (28., Feldmann Arvelo)
1:3 Weidemann (35.)
1:4 Bode (44., Schöber)
1:5 Brentrop (71., Zobel)
1:6 Popien (79., Brentrop)
Gelbe Karten:
Manthey, Tuchen, Körpert / Reeh
Schiedsrichter:
Tarek Noel Wolff (Stephan Mattheis, Franz Matthes)
Zuschauer:
33
